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Bergbau-Chef diskutiert in Dankmarshausen mit Bürgerinitiative PDF Drucken E-Mail
 Zur Versammlung in Dankmarshausen wurde heftig darüber gestritten, wie ernst die Gefahr von Gebirgsschlägen ist.
Dankmarshausen.

Mittlerweile wird es schwierig, wenn die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" Vertreter der Landesbehörden empfängt, um über Probleme mit dem Düngemittelhersteller K+S zu reden. Es reicht die Zeit nicht, um alle Problemfelder überhaupt anzusprechen.

Zu der Veranstaltung in Dankmarshausen kam Umweltminister Jürgen Reinholz nicht persönlich. Er ließ sich krank entschuldigen. Aber eine sechsköpfige Abordnung - angeführt vom neuen Leiter des Referats Bergbau und Strahlenschutz, Thomas Bode - stellte sich den Bürgern.

Das brisanteste Thema ist aktuell die vermutete Bedrohung von Orten im Werratal durch Gebirgsschlag. Das Unternehmen Kali+Salz, das mit der Sanierung alter Gruben beauftragt ist, hatte im Umweltausschuss des Landtags darauf gedrungen, weitere Risikogebiete zu untersuchen. Explizit genannt wurde das Gebiet von Dippach.
Bode: "An der Gefahr durch Gebirgsschlag hat sich nichts verändert. Bei dem was K+S da vorschlagen hat, geht es darum, durch Untersuchungen die Annahme zu bestätigen, dass in diesen Gebieten keine Gefahr besteht. Zu diesen Gebieten gehört auch Dippach." Das Thüringer Ministerium sehe eben keine Gefährdung.

Berka/Werras Verwaltungschef Johannes Woth dagegen findet es "für die Bürger nicht hinnehmbar", was da von Seiten der Politik gespielt werde. "Wenn das Land in Dippach tatsächlich Gebirgsschläge ausschließt, dann soll es sich bereit erklären, für Schäden aufzukommen, wenn es doch passiert". Es dürfe nicht sein, dass Dippach als Risikogebiet genannt werde und sich das Land weigere, die Finanzierung für die Untersuchung sicherzustellen. "Den Menschen hier ist es egal, wer es bezahlt." Für Walter Hölzel ist es "sehr befremdlich, wenn hier jegliche Gebirgsschlagsgefahr verneint wird". Solange in die Grube Springen weiter Flüssigkeit eindringe, besteht dort diese Gefahr. Und da all diese ehemaligen Bergbaugebiete zusammenhingen, könne für keines die Gefahr ausgeschlossen werden.

Weiterer Gesprächsschwerpunkt war ein Fragenkatalog, den die Bürgermeister des Werratals nach einem Treffen im Vorjahr an Minister Reinholz gesandt hatten. Die Antworten "werfen meistens mehr Fragen auf als sie beantworten", resümierte Gerstungens Rathauschef Werner Hartung. Vor allem die Anträge von K+S, weiter Salzabwässer in der Erde zu versenken, stoßen auf keine Gegenliebe. Nur noch die Gemeinde Gerstungen hat eigene, nutzbare Trinkwasserbrunnen, alle anderen Nachbargemeinden mussten ihre wegen Versalzung bereits schließen und hängen an den Fernleitungen.

Richtig näher gekommen sind sich die Menschen des Werratals und die Behörden-Vertreter an diesem Abend nicht, aber vielleicht haben Letztere ja wirklich was mitgenommen nach Erfurt. Eine gehörige Portion Misstrauen ist aber im Werratal geblieben.

Peter Rossbach / 08.10.11 / TA
Letzte Aktualisierung ( Sonntag, 9. Oktober 2011 )
 
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