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Zu „Das Geld ist weg, die Altlasten noch da“ (TA vom 16.09.2011)
So darf mit den Ängsten der Bevölkerung nicht umgegangen werden! Ich lebe in Dankmarshausen an der Werra, also in einem Gebiet, wo schon über 100 Jahre Kalibergbau betrieben wird. Einher mit dem Kalibergbau in dieser Region gehen eine ganze Reihe negativer Umwelteinflüsse, die in erster Linie mit der Entsorgung der Produktionsrück- stände durch die Kaliindustrie in Verbindung stehen. Die Bevölkerung steht dem zum größten Teil sehr kritisch gegenüber, wobei ein Teil diese negativen Folgen zähneknirschend akzeptieren, weil damit der Erhalt von Arbeitsplätzen verbunden ist. Bürgerinitiativen, Kommunen und Umweltverbände, aber leider zu wenige Politiker laufen seit Jahren Sturm gegen diese Entsorgungspraxis des Bergbau- unternehmens Kali+Salz. Ein dauerhaftes Gefahrenpotential sind besonders auch die unterdimensionierten alten Grubenfelder, die seit der Wende mit Bundes- und Landesgeldern durch die Firma Kali + Salz saniert werden. Und weil die Historie der letzten 60 Jahre zeigt, dass es immer wieder zu kleineren und größeren Gebirgsschlägen gekommen ist, zuletzt in Völkershausen 1989, ist eine Weiterführung der Sanierung dieser gefährlichen Grubenfelder unbedingt erforderlich. Deshalb ist es für mich unverständlich, dass trotz neuerlicher Hinweise von der Firma Kali+Salz auf weiterhin vorhandener Risiken durch Bergschläge, das Land Thüringen die Zahlung von Geldern für die weitere Sanierung der Altbergbaulasten durch die Firma Kali+Salz einstellen will, mit der Maßgabe, dass sich Kali+Salz das Geld beim Bund selbst holen möge. Anstatt sich auf dem Rücken der Bevölkerung die Verantwortung dafür gegen-seitig zuzuschieben, sollte die Firma Kali+Salz und das Thüringer Umwelt- ministerium lieber darüber die Bevölkerung aufklären, welche wirklichen Gefahren für Mensch und Güter bestehen. Die Bewohner des Werratals haben Recht darauf, die Wahrheit zu erfahren. Dies sollte kurzfristig geschehen, weil die Verunsicherung schon soweit geht, dass sich Menschen mit dem Gedanken tragen, teure Versicherungen gegen die Folgen von Gebirgsschlägen abzuschließen. Diese Herangehensweise, wie hier mit den Ängsten der Bevölkerung umgegangen wird, ist für mich wiederum ein gutes Beispiel dafür, wie die Politik weiteres Vertrauen in der Bevölkerung verspielt, Politikverdrossenheit ist die Folge. Ich möchte deshalb unseren Umweltminister, Herrn Jürgen Reinholz, noch einmal auffordern, die Gelegenheit wahrzunehmen und der Einladung der Bürgerinitiative „Für ein lebenswertes Werratal“ zu folgen und in der Bürgerversammlung am 06.10.2011 in Dankmarshausen zur genannten Problematik Stellung zu nehmen. Klaus Reinhardt |
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