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Unterlagen der K+S Kali GmbH genau prüfen PDF Drucken E-Mail
17 Ordner beinhalten die Unterlagen des Planfeststellungsverfahrens für die geplante Rohrleitung, mit der Kali-Abwässer aus Neuhof-Ellers bei Fulda in die Werra bei Philppsthal geleitet werden sollen.

Der Fluss Fulda darf nicht verschmutzt werden. Eine 63 Kilometer lange Rohrleitung soll daher gebaut werden und hessische Kali-Abwässer in großer Menge in die in die Werra spucken. Seit Montag liegen die Pläne an fünf Stellen unserer Region öffentlich aus. Eisenach. Der Fluss Fulda darf nicht verschmutzt werden. Eine 63 Kilometer lange Rohrleitung soll daher gebaut werden und hessische Kali-Abwässer in großer Menge in die in die Werra spucken. Seit Montag liegen die Pläne an fünf Stellen unserer Region öffentlich aus.
Tausend Seiten Tolstoi sind ein Klacks. Insgesamt 17 große Aktenordner braucht die K+S Kali GmbH, um das Projekt zu erklären. Ein einzelner Hefter mit den wichtigsten Informationen erleichtert das Lesen. Der Bergbaukonzern aus Kassel ist zu der öffentlichen Auslegung verpflichtet. Das Vorhaben greift so stark in die Umwelt ein, dass ein Planfeststellungsverfahren nötig ist. Die Antragsunterlagen sind für jedermann einzusehen, so in der Stadtverwaltung Eisenach und in den Verwaltungen in Creuzburg, Treffurt, Mihla und Gerstungen. Die Auslegung dauert vom 23. August bis 22. September.
Die salzhaltigen Abwässer stammen aus Neuhof-Ellers, unweit von Fulda. Bei Philippsthal - also noch auf hessischer Seite - möchte K+S sie in die Werra verklappen. Wenige Flussmeter weiter beginnt Thüringen.
Als eine "absurde Idee" lehnt Thilo Kummer (Linke) die Pipeline ab. Der Landtagsabgeordnete war am Montag mit weiteren Spitzenpolitikern seiner Partei in Gerstungen. Im Bürgermeisteramt der widerständigen Gemeinde informierte er sich in den Unterlagen. Er wirft K+S vor, das Unternehmen behaupte zwar, es werde nur so viel Lauge in den Fluss leiten, dass die Grenzwerte für Härte und Chlorid nicht überschritten würden. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied: Die Abwässer aus Neuhof stammen nicht unmittelbar aus der Kaliproduktion. Sie entstehen, wenn durch Regen die Neuhofer Abraumhalde ausgewaschen wird. Nach Berechnungen wird es 1300 Jahre dauern, bis die Halde auf diese Weise verschwunden sein wird. Im Haldenwasser stecken viele andere Chemikalien, die Kali+Salz in seinem geheim gehaltenen Esta-Verfahren als Zuschlagstoffe einsetzt. Mag sein, so Kummer, dass jeder einzelne Grenzwert für sich berücksichtigt werde. "Aber der Cocktail aus verschiedenen Stoffen kann absolut verheerend sein."
K+S hat die Zutaten für sein Herstellungsverfahren jahrelang stur für sich behalten. Es handele sich um Betriebsgeheimnisse. Erst der Bürgerintiative "Für ein lebenswertes Werratal" gelang es, zumindest teilweise Auskunft zu erhalten. Sie hegt jedoch Zweifel. "Vieles liest sich wie ein harmloses Kochrezept", sagte BI-Sprecher Klaus Reinhardt aus Dankmarshausen gestern. In der Liste findet sich Rohrzucker ebenso wie Mandelsäure, freilich auch ein Wirkstoff, der in Schmerztabletten verwendet wird. "Was Kopfschmerzwirkstoffe in unbekannter Menge im Biosystem eines Flusses anstellen, das muss die Forschung wohl noch herausfinden", gab Kummer zu bedenken.
Das Unternehmen selbst nannte gestern etwa ein Jahr als Bauzeit. Die Kosten ließen sich schwer beziffern. "Die Preise am Stahlmarkt und im Tiefbau schwanken sehr", so Sprecher Michael Wudonig. Man nehme einen "unteren zweistelligen Millionenpreis" an. Die Rohrleitung selbst wird nur 30 Zentimeter Durchmesser haben.
Linke-Abgeordnete Katja Wolf aus Eisenach sagte: "Wir bitten die Bürger, sich die Unterlagen wirklich anzuschauen und ihre Einwände geltend zu machen." Berücksichtigt werden aber nur Stellungnahmen, wenn jemand durch das Vorhaben berührt wird. "Die Landwirtschaft müsste eigentlich im Viereck springen", urteilte Gerstungens Bürgermeister Werner Hartung (pl). Er ist davon überzeugt, dass bei den regelmäßigen Überschwemmungen die Haldenschadstoffe in den Auen der Werra verteilt werden.

Sven-Uwe Völker / 24.08.10 /

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Letzte Aktualisierung ( Montag, 23. August 2010 )
 
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