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Erdrutsch in ehemaligem Kali-Abbaugebiet in Sachsen-Anhalt PDF Drucken E-Mail
Bernburg in Sachsen-Anhalt hat sich gestern auf einer stillgelegten Deponie ein 40 Meter tiefes Loch aufgetan.

Ein rund 40 Meter tiefes Erdloch hat sich gestern im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt aufgetan, verletzt wurde niemand. Der Erdrutsch weckte jedoch Erinnerungen an das Unglück von Nachterstedt 2009, das sich in derselben Region ereignete. Auch in Thüringen mehren sich mysteriöse Erdfälle.
Magdeburg/Erfurt. Nicht nur der Freistaat ist mit seinen Kali-Abbauregionen und wasserlöslichen Schichten in der Erde betroffen: Bei Bernburg in Sachsen-Anhalt hat sich gestern auf einer stillgelegten Deponie ebenfalls ein Loch aufgetan. Es hat einen Durchmesser von 40 Metern. Experten vom Landesamt für Geologie und Bergwesen haben nach ersten Untersuchungen des Erdfall-Kraters festgestellt, dass sogar noch weitere Erdabsenkungen möglich sind.
Das Gelände sei weiträumig gesperrt worden, sagte ein Sprecher der Stadtverwaltung. "Das Erdloch ist in einem ehemaligen Bergbaugebiet entstanden, dort wurde Kalisalz gefördert". Der Tagesbruch war gestern einem spielenden Kind aufgefallen, das seinem Vater später von dem "Krater" berichtete. Mittlerweile bewachen Polizei und Feuerwehr das Gebiet rund um die Uhr, weil "akute Lebensgefahr" drohe, wie die Stadtverwaltung mitteilte.


Solche und ähnliche mysteriöse Erdabsenkungen sorgen auch in Thüringen seit Monaten für Aufregung: Urplötzlich klaffte Anfang März mitten in Nordhausen ein Erdloch auf, das einen Kleinlaster inklusive Fahrer verschlang. In Tiefenort weitete sich im Feburar ein bestehender Krater neben einer Straße aus und machte umliegende Häuser unbewohnbar. Bei Bad Frankenhausen sackte im November 2009 ein Acker zwölf Meter tief ab.
Experten gehen von einem Naturphänomen aus, den Erdfällen. Sie können entstehen, wenn Wasser in bestimmte Erdschichten eindringt und diese auflöst. Dadurch bilden sich unterirdische Hohlräume -ähnlich wie beim Bergbau-, die durch die Last der Oberfläche einbrechen. Die Absenkungen kommen in Gebieten mit wasserlöslichen Materialen in der Erdkruste vor. Das sind vor allem salzhaltige Schichten sowie Gips- und Kalkgesteine.


In den ersten Wochen dieses Jahres sind in Thüringen bereits zehn kleine und größere Erdfälle registriert worden. "Normalerweise entspricht diese Zahl bereits dem Jahrespensum", sagte der Geologe Jürgen Wunderlich von der Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie (TLUG).
Grund für die Vielzahl der plötzlichen Absenkungen war die Witterung: Durch die Schneemengen ist mehr Schmelzwasser in den Untergrund gesickert.


Die Ursache für den Erdfall in Nordhausen Anfang März ist allerdings weiter unklar. Erkundungsbohrungen bis in 45 Meter Tiefe ergaben keine Besonderheiten. Bei dem Erdfall war ein Unimog-Kleinlaster beim Schneeschieben sechs Meter tief in ein Erdloch gerutscht, das sich plötzlich aufgetan hatte. Der Fahrer wurde leicht verletzt.
Manchmal rächt sich auch der Bergbau: In Nachterstedt war im Juli 2009 eine Böschung des Concordiasees abgerutscht, wo ehemals Braunkohle im Tagebau gefördert wurde. Dabei waren ein Haus und die Hälfte eines zweiten Hauses mit in die Tiefe gerissen worden. Drei Menschen wurden verschüttet.

Ulrike Hendan / 01.04.10 / TAG; ddp

Orginal Artikel...

Quelle TA Online

Letzte Aktualisierung ( Freitag, 2. April 2010 )
 
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