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Werra-Weser-Anrainer und Bürgerinitiative zum Landtagsbeschluss in Hannover PDF Drucken E-Mail

Absage an Pipeline spaltet die Gegner

Witzenhausen. Eigentlich wollen sie das Gleiche: weniger oder keine Salzlauge mehr in Werra und Weser. Doch die Meinungen darüber, wie das bewerkstelligt werden soll, gehen im Verein Werra-Weser-Anrainer-Konferenz und Bürgerinitiative Rettet die Werra weit auseinander.
 

Das wird in den Kommentaren der Umweltaktivisten zum Beschluss des niedersächsischen Landtages deutlich. Der spricht sich gegen eine Nordsee-Pipeline und für die schnelle Modernisierung der Förder-, Verarbeitungs- und Entsorgungstechnik in den K+S-Werken in Hessen und Thüringen aus.

„Von K+S wird damit die Umsetzung des Standes der Technik bei der Kali-Produktion verlangt.“

Dr. Walter Hölzel Werra-Weser-Anrainer

Der Anrainerverein begrüßt diesen Beschluss, was keine Überraschung ist, denn die Argumente von SPD-Landespolitikern und Anrainerkonferenz, öffentlich vertreten durch den Vorsitzenden Dr. Walter Hölzel (Witzenhausen), glichen sich oft wie ein Ei dem anderen. Hölzel freut sich nun über die Meldung aus Hannover, weil damit von der K+S AG die Umsetzung des Standes der Technik bei der Kali-Produktion verlangt wird.

Frank Hix, Vorsitzender der Bürgeriniative Rettet die Werra sieht das ganz anders: „Die schnellste und wirksamste Lösung für die Salzentlastung der Flüsse ist die Pipeline.“ Alles andere würde lange dauern. Denn es sei fraglich, ob K+S das finanziell tragen und schnell umsetzen könnte und würde.

Während Hölzel davon ausgeht, dass der Stand der Technik für eine umweltschonende Produktion vorhanden ist, geht Hix davon aus, dass dies nicht der Fall ist. „Es gibt nicht diese eine Technik, zudem herrschten in den Kali-Bergwerken höchst unterschiedliche Bedingungen. Argumente, die auch der Runde Tisch Gewässerschutz vertritt.

Von dem Gremium und dessen Arbeit hält Hölzel ohnehin nicht viel und hat so seine Gründe: Der Runde Tisch habe seit Sommer 2008 die Fernentsorgung der Salzlaugen über die Röhre in eine Einleitestelle in der Weser, dem Jadebusen oder der Nordsee befürwortet. Gleichzeitig habe das nicht paritätisch zusammengesetzte Gremium sachfremd die Ermittlung des Standes der Technik auf Verfahren eingeschränkt, die der Verursacher selbst vorgestellt habe.

„Kommt die Pipeline nicht, wird die Salzlauge dann weiter durch Werra und Weser fließen.“

Frank HIx BI Rettet die Werra

Bi-Vorsitzender Hix wundert sich über die Entscheidung, die dem Ziel schnellen Salzfrachtabbau einen Bärendienst erweise. Die Niedersachsen hätten doch ebenfalls am Runden Tisch gesessen, dort aber wohl nicht richtig hingehört. Zudem käme aus Bremen keine Ablehnung der Pipeline-Pläne. Hix fragt sich auch: „Was ist, wenn K+S keine schnelle Technikumrüstung vornehmen kann und wird?“ Seine Antwort: „Die Salzlauge wird dann weiter durch Werra und Weser fließen.“ Das Einlagern in die vollen Untergrundspeicher sei ja nicht mehr möglich. (tko/wke

Quelle HNA Online

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 10. Februar 2010 )
 
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