Salzlauge macht Angst ums TrinkwasserVon Peter Lenz
Dippach. Die thüringische Werra-Gemeinde Gerstungen hat am Dienstag beim Regierungspräsidenten in Kassel beantragt, dass die Genehmigung für K+S zur Versenkung von Salzlauge bei Bodesruh widerrufen und die Versenkung selbst sofort gestoppt wird. Das erklärte BürgermeisterWerner Hartung am Dienstagabend zum Auftakt einer Podiumsdiskussion vor rund zweihundert Zuhörern im Werratal-Hotel in Dippach.
Ein Sachverständigen-Gutachten habe ergeben, dass die Lauge aus dem hessischen Plattendolomit die Gerstunger Trinkwasserbrunnen akut gefährde, sagte Hartung zur Begründung. Der RP werde zunächst eine Stellungnahme der Landesanstalt für Umwelt und Geologie anfordern, erklärte dazu gestern Pressesprecher Michael Conrad.
Bürgerinitiative lud ein
Eingeladen hatten zu der Veranstaltung unter dem Titel "Lösung im Laugenstreit?" die Bürgerinitiative "Für ein lebenswertes Werratal" und die Werra-Weser-Anrainerkonferenz. Dr. Rainer Gerling, Leiter des Kaliwerks Werra, berief sich auf das 360 Millionen Euro teure Investitionsprogramm des Unternehmens zur deutlichen Reduzierung der Salzabwässer aus der Produktion bis 2015. Er stellte aber auch klar: "Wir kriegen das Salzwasser nicht weggezaubert, und wenn man das nicht will, sind die Arbeitsplätze weg."
Scharfe Kritik am bisherigen Verhalten der Kaliindustrie übten Dr. Walter Hölzel, Vorsitzender der Werra-Weser-Anrainerkonferenz und Erster Stadtrat von Witzenhausen, sowie der Geochemiker Dr. Ralf Krupp. Sie sprachen davon, dass K+S den neuesten Stand der Technik ignoriere. Energisch zu Wort meldeten sich Betriebsratsmitglieder des Werks Werra mit dem Anspruch, weiter in der Region leben und dort ihr Geld verdienen zu wollen. Sie verwiesen auf sichtbare Ergebnisse der Umweltschutzbemühungen ihrer Firma. Zum Tage |