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Kali-Vertrag vor das Verfassungsgericht /Land in Pflicht |
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Linke: "Das ist nicht akzeptabel"
Eisenach /Gerstungen (ep)"Da muss man vor den Juristen von K+S
schon den Hut ziehen", stößt es Tilo Kummer sauer auf, was da der
Eisenacher Gutachter Matthias Heber zum Kali-Vertrag niedergeschrieben
hat. Dennoch will die Linke-Fraktion nun gegen den
Öffentlich-Rechtlichen Kali-Vertrag, den die Landesregierung mit dem
Land Hessen und dem Düngemittelhersteller unterzeichnet hat, vor das
Verfassungsgericht ziehen. Die Linke will klagen, weil der Vertrag den
Inhalten eines Landtagsbe- schlusses entgegensteht, der die nachhaltige
Verringerung der Belastung der Werra fordert.
Eisenachs Linke-Landtagsabgeordnete Katja Wolf betrachtet die
angestrebte Klage als logische Weiterführung des bisherigen Wirkens für
die Region. "Dieser Vertrag birgt die Gefahr in sich, dass die
Werraregion mindestens weitere 30 Jahre stark belastet wird. Das ist
nicht akzeptabel".
Gerade nach dem Scheitern der Anrainerkonferenz vor dem
Verwaltungsgericht sei es wichtig, so Wolf, dass die Linke im Landtag
ihre Möglichkeiten nutze, um gegen diesen Vertrag etwas zu unternehmen.
Allerdings weist auch der von den Linken mit einem Gutachten
beauftragte Jurist, der Eisenacher Matthias Heber, daraufhin, dass
selbst ein Erfolg vor dem Verfassungsgericht den Vertrag erst einmal
nicht aushebele. "Verträge sind einzuhalten", dieser Grundsatz gelte
auch hier, und für einen ÖffentlichRechtlichen Vertrag gebe es
besonders hohe Hürden, um diesen für nichtig zu erklären. "Die
Landesregierung ist dann aber eigentlich im Zugzwang zu reagieren", so
Kummer. Zudem werde es ein Erfolg vor Gericht einer neuen
Landesregierung in Erfurt erleichtern bei den 2012 anstehenden
Neuverhandlungen des Kali-Staatsvertrages mit K+S zu verhandeln.
Bei einem Erfolg sei es auch möglich, dass das Land als
Genehmigungsbehörde die Grenzwerte absenke unter die im Vertrag
festgelegten Werte. Wenn dann K+S auf Vertragseinhaltung oder Haftung
(also, dass das Land für die nötigen Investitionen aufkommt, um die
neuen Grenzwerte zu erreichen), erst dann, so Heber, werde auch der
eigentliche ÖffentlichRechtliche Vertrag vom Gericht unter die Lupe
genommen. Wobei der Ausgang eines solchen Verfahrens, nicht
vorhersagbar sei. Die Formulierungen im Vertrag seien in fast allen
Bereichen "wachsweich", spendet auch der Jurist den Kollegen, die K+S
vertreten haben, widerwillig Beifall.
Dass sich die Landesregierung da habe über den Tisch ziehen lassen,
will Linke-Abgeordneter Frank Kuschel da aber nicht glauben. Er
unterstellt Absicht. "Die Landesregierung hat die wirtschaftlichen
Interessen von K+S schlicht über den Schutz der Werra gestellt", ist
seine Überzeugung.
Die Linke im hessischen Landtag, der im übrigen einen wortgleichen
Beschluss im Jahr 2007 fasste, unterstützen ihre Thüringer Kollegen.
Eine eigene Klage aber werde wohl sinnlos sein, "da wir 2007 noch nicht
im Landtag saßen. Warum die hessischen Grünen nicht klagen, ist mir
immer noch völlig unverständlich", so Marjana Schott von den hessischen
Linken.
Im übrigen, da sind sich Wolf und Kummer einig, sei es die Linke auch
den vielen Partnern im Kampf für eine saubere Werra schuldig, dass man
gegen den Vertrag vorgehe. Wolf: "Wir müssen auf allen Ebenen weiter
machen".
Von Peter Rossbach
Quelle: TLZ vom 17.07.2009
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Letzte Aktualisierung ( Donnerstag, 23. Juli 2009 )
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